Hintergrund

Prognosen über die Zukunft haben ein Grundproblem, nämlich dass die Zukunft nicht vorhersehbar ist. Sie beruht auf Entwicklungen, die wir heute noch nicht erahnen können. Prognosen, welches Volumen bspw. bestimmte Märkte, Produkte oder Absatzkanäle in den nächsten Jahren aufweisen scheinen Unternehmen eher wenig dienlich sich auf die Zukunft vorzubereiten da sie nur helfen, wenn die Prognose auch eintritt. Von wichtigen Fragen und einer kreativen Auseinandersetzung mit Trends lenkt dieses Vorgehen eher ab.

Notwendig ist ein breit angelegter kreativer Prozess des Nachdenkens. Eine gute Analyse der Zukunft ist nicht durch eine korrekte Prognose zu charakterisieren. Sie muss vielmehr auf neue Trends und Entwicklungen eingehen, mögliche Überraschungen ansprechen und für Änderungen und Neuerungen sensibilisieren. Eine solche Analyse wirft Licht auf unbekanntes Terrain, stellt Annahmen infrage, zwingt Fragen zu stellen und auf veränderte Rahmenbedingungen zu reagieren.
Es ist klar, dass diese Analyse nicht einzelnen Disziplinen überlassen werden darf. Vielmehr müssen Denkmuster, Ideen, Methoden, Erfahrungen aus den unterschiedlichsten Bereichen kombiniert werden, damit ein möglichst breites Spektrum an möglichen Entwicklungen diskutiert werden kann. Ein Produkt solchen Nachdenkens sind Szenarien mit unterschiedlichen Trends und Indikatoren sowie ggf. Eintrittswahrscheinlichkeiten.
Dieses breit angelegte Nachdenken hat zwei weitere Konsequenzen. Erstens können Trends identifiziert werden, die als relativ wahrscheinlich einzustufen sind und somit hilfreiche Informationen über die Zukunft liefern können. Zweitens können aus Szenarien, flankiert durch eine breit angelegte Diskussion, Indikatoren abgeleitet werden, die andeuten, in welche Zukunft wir uns bewegen.
Ein strukturiertes Nachdenken über die Zukunft fördert wichtige Fragen und Indikatoren zutage, die helfen wünschenswerte und wahrscheinliche Zukünfte zu identifizieren und sich aktiv auf neue Gegebenheiten einzustellen.